Forschung und Fachliteratur

In der Organisationsberatung und der Management-Forschung wird die Wirksamkeit von kunst- und theatergestützten Interventionsformaten für die Optimierung von Arbeitsprozessen und betriebsinternen Kommunikationsformen kontinuierlich untersucht und nachgewiesen.

Wir verfolgen den aktuellen Stand des wissenschaftlichen Diskurses.

Immer mehr Unternehmen versuchen, betrieblichen und marktlichen Herausforderungen mit Hilfe von Kunst zu begegnen. Dieses Handbuch zeigt, wie Künstler_innen Marken, Produkte und unternehmerische Kommunikation prägen, wie sie in das Personalmanagement und die Organisationsentwicklung eingreifen und Innovationsprozesse unterstützen. Es liefert einen Überblick über die Formen und den Nutzen der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Künstler_innen und gibt Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Phasen des Kooperationsprozesses – von der Partnersuche bis zur Evaluation.

Biehl-Missal beleuchtet den Einsatz von Unternehmenstheater in einem großen Kapitel in dem ersten deutschen Standardwerk zur „Wirtschaftsästhetik“. Sie gibt einen Überblick über die Vielfalt der Formen von Theater in Unternehmen, von Präsentationstrainings, Rollenspiele über Improvisationstheater bis hin zum interaktiven Forumtheater.
Das Buch analysiert, wie Unternehmen Ästhetik und Kunst als Inspirationsquelle nutzen und als Werkzeug zur Wertschöpfung einsetzen. Im globalen Zeitalter hilft Kunst, Produkte und Manager zu inszenieren, Mitarbeiter zu motivieren und Kunden anzulocken. Sie unterstützt die Entwicklung von Führungskräften, Mitarbeitern und Strategien.
Das Buch geht Fragen nach wie: Was haben Manager und Künstler gemeinsam? Warum werden Unternehmen als Theater oder Jazzband verstanden? Wie wird Kunst, von der Bildersammlung über die Firmenhymne bis zum Theaterworkshop, in Unternehmen eingesetzt? Wie wirken Managerauftritte und Firmenarchitektur? Und schließlich: Wie reagieren kritische Künstler auf diesen Trend?
Das Buch bereichert die wirtschaftswissenschaftliche Forschung um interdisziplinäre Ansätze der Kultur-, Kunst- und Sozialwissenschaften und eröffnet neue Herangehensweisen für dieses immer wichtiger werdende Feld.

  • Lisa Denneler: Einblicke in die deutsche Unternehmenstheaterlandschaft. Bachelorarbeit. Ludwigsburg 2012.

In ihrer Bachelorarbeit an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg untersucht Lisa Denneler Produktions- und Wirkungsweisen theatraler Mittel, derer sich Unternehmen im Rahmen ihrer Organisations- und Personalentwicklung zunehmend bedienen. Was ist Unternehmenstheater eigentlich? Wer bietet Unternehmenstheater an? Wo, wie und warum wird Unternehmenstheater eingesetzt? Auf diese Fragen gibt die Autorin Antworten und verfolgt damit das Ziel, einen Einblick in die deutsche Unternehmenstheaterlandschaft zu geben.

In verschiedenen Beiträgen beleuchten Arbeits- und Organisationsforscher, Kunst- und Kulturwissenschaftler den "anderen" Umgang mit Innovationsdruck, Komplexität und Unbestimmtheit, wie sie im Management von Organisationen zur täglichen Herausforderung geworden sind. Dabei wird der Mehrwert von ästhetisch-performativen Zugängen heraus gestellt, der zur Zeit in verschiedenen Forschungsprojekten empirisch untersucht wird.

Heindl untersucht das zunehmend eingesetzte Theater in Unternehmen und betont, dass sich nur „qualitativ hochwertiges Unternehmenstheater, das aufrichtig mit den betroffenen Menschen arbeitet“, auf dem Markt durchsetzen können wird.
In diesem Buch werden die aktuellen Erscheinungsformen theatraler Interventionen in Organisationen in einem historischen, systemtheoretischen und theaterwissenschaftlichen Kontext untersucht und dargestellt. Ausgehend von inszenierten Ritualen zur Konfliktregelung im Mittelalter über theatrale Formen der Disziplinierung in den Fabriken der Frühindustrialisierung wird ein Bogen bis zu den Konzepten moderner Interventionen mit dem Theater entlehnten Techniken gespannt.
Das Buch vermittelt eine fundierte Grundlage für das Verständnis und die Arbeit mit theatralen Interventionen in Organisationen. Es stiftet Orientierung und eröffnet Anregungen, neue Zugänge und Ideen für den praktischen Einsatz.

  • Schreyögg, G. & Dabitz, R. (Hg.) Unternehmenstheater: Formen, Erfahrungen, erfolgreicher Einsatz. Wiesbaden: Gabler Verlag

Verschiedene Autoren erläutern Begriff, Form, Anlaß, Zweck und Wirkung des Theatereinsatzes in Unternehmen. Anhand einer empirischen Studie wird ein praktischer Überblick über die deutsche Unternehmenstheaterbranche gegeben.Außerdem wird die Situation in Frankreich vorgestellt, wo man schon seit mehreren Jahren erfolgreich mit Theater in Unternehmen arbeitet. Schließlich werden anhand einer Reihe von zahlreichen Praxisbeispielen die Erfahrungen deutscher Anbieter und Unternehmen mit dem Unternehmenstheater beschrieben.

Stefanie Teichmann untersucht, inwiefern maßgeschneidertes Unternehmenstheater einen sinnvollen Beitrag bei der Durchführung geplanter Veränderungen leisten kann. Im Zentrum der Betrachtung steht dabei die Analyse zweier ausführlicher Fallbeispiele.
Die Autorin erläutert die potenziellen Wirkungen von Unternehmenstheater im Kontext organisatorischen Wandels, beschreibt die praktische Vorgehensweise von Anbietern und Anwendern und entwickelt Handlungsempfehlungen für einen erfolgreichen Einsatz.

In ihrem Artikel in "Organisation Studies" beschreiben Meisiek und Barry die Wirkung von Unternehmenstheater. Die Autoren untersuchen ein groß angelegtes Unternehmenstheaterprojekt, welches in regelmäßigen Abständen für verschiedene Gruppen von Mitarbeitern aufgeführt wird. Das Unternehmen steckt in einer Krise aufgrund von Kostendruck und veränderten Arbeitsabläufen. Mit Forum-Theater soll den Mitarbeitern gezeigt werden, wie sie das Problem anders angehen können, und wie die Sicht der Kunden ist. Die Mitarbeiter können die Handlung des Theaterstücks auch beeinflussen und so Vorschläge einbringen, wie sich Arbeitsabläufe besser gestalten lassen.

Der Beitrag in Organisation Studies beleuchtet die Tradition und Einsatzmöglichkeiten verschiedener Formen von Theater in Unternehmen. Der Beitrag zeigt, wie durch Theater Mitarbeiter beeinflusst werden können, betont aber auch, dass bestimmte Formen sowohl Mitarbeitern als auch dem Management helfen können, bei komplexen  Angelegenheiten eine andere Perspektive zu gewinnen.

Der Autor argumentiert im Journal of Management Inquiry, dass gerade Theateraufführungen es vermögen, das Publikum sozusagen “aufzutauen”. In Rückgriff auf das Drei-Phasen-Modell des Psychologen Kurt Lewin mit den Phasen Auftauen (unfreezing), Bewegen (moving), Verfestigen (refreezing), sind besonders Theateraufführungen geeignet für das Auflockern. Sie bieten eine andere Perspektive auf die Situation, evozieren auch negative Gefühle und können so zu Veränderungen anregen.

William P. Ferris beschreibt in seinem Artikel in Harvard Business Review, wie er als Trainer eine Form des Theaters nach Augusto Boal, das sog. Bildertheater, in einer Firma angewendet hat. Bildertheater kann Probleme in Unternehmen auf ganz andere Art illustrieren – und lösen.
In der Firma hatte sich das Betriebsklima verschlechtert, vermeintlich auf Grund der hohen Arbeitsbelastung. Als die Mitarbeiter jedoch pantomimisch die Situation in der Firma als Bilder oder Tableaus nachstellen, zeigten sich die wahren Gründe…
Der Autor verdeutlicht an diesem Beispiel, wie Theater in Unternehmen mit seinen besonderen Mitteln schwer artikulierbare Faktoren darstellen kann, die sich kaum in Worte fassen lassen. Darauf aufbauend können dann Situationen verbessert werden.

Case-Studies Unternehmenstheater

Lesen Sie Fallbeispiele und Portraits von Projekten, die wir im Bereich Unternehmenstheater für unsere Auftraggeber mit Erfolg realisiert haben.

 

Case-Studies szenische Trainings

Lesen Sie Fallbeispiele und Projekt-Portraits von szenischen Trainings, die wir für unsere Auftraggeber erfolgreich umgesetzt haben.